Vorsicht zu Silvester: Versicherungen zahlen nicht immer für Böllerschäden

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Was in den Abendstunden eine ausgelassene Feier ist, kann am nächsten Morgen für Verdruss sorgen. Zumindest dann, wenn das eigene Auto in der Silvesternacht zum Ziel von Böllern und Raketen geworden ist. Wer für die Kosten aufkommen muss, hängt von den Umständen ab, unter denen Schäden entstehen. Im ungünstigsten Fall bleiben Versicherte auf der Rechnung sitzen, Verkehrsexperten raten deshalb zur Vorsicht.

Versicherungen zahlen nicht immer

Autobesitzer, die ihren Wagen schadlos durch die Silvesternacht bringen wollen, sollten sich schon vorab einen sicheren Stellplatz suchen, meint Arnulf Thiemel vom Technikzentrum des ADAC. Am besten sind Garagen geeignet, weniger stark frequentierte Seitenstraßen bieten aber ebenfalls eine gewisse Sicherheit. So sinkt zumindest die Gefahr, dass der Wagen zum Opfer eines Scherzes angetrunkener Passanten wird.

Sollte dies doch passieren, kann der Schadensersatz zu einer schwierigen Angelegenheit werden. Gerade Teilkaskoversicherungen differenzieren sehr genau zwischen den Arten, wie Schäden entstanden sind. Ist etwa ein unter dem Fahrzeug explodierter Böller die Ursache, werden die Reparaturkosten von der Versicherung gedeckt. Fällt glimmender Feuerwerkskörper auf das Dach und brennt dort ein Loch in den Lack, kann der Versicherte dies nicht geltend machen. Experten raten Betroffenen deshalb, den Schaden gut zu dokumentieren und zu versuchen, den Verursacher ausfindig zu machen, da dann dessen Privathaftpflichtversicherung einspringt.

Unsachgemäße Nutzung ist Hauptursache

Kleinere Schäden können laut ADAC im Notfall auch selbst behoben werden, ein weicher Lappen und Politur verschafft oft schon Abhilfe. Nur bei tieferen Rillen im Lack müsse nachlackiert werden, um das Fahrzeug vor Rost zu schützen. Nach Ansicht des Automobilclubs sollten Fahrzeughalter den Start ins neue Jahr dennoch genießen. Die reale Gefahr eines Schadens ist demnach sehr gering. Ausgebrannte Böller oder herabstürzende Raketen verursachen in der Regel keine Schäden. Nur wenn Fahrzeuge gezielt unter Beschuss genommen werden, kann es brenzlig werden, da das Schwarzpulver dann direkt an der Karosserie abbrennt. Experimentierfreudige sollten deshalb davon Abstand nehmen, das Auto als Abschussrampe zweckzuentfremden.


Autor: Gerd Wiedemann
Kategorieen: Kfz-Versicherung

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